Ein paar Hände deuten auf einen Ausdruck auf einem Tisch

Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik

Eine Person blättert in einem wissenschaftlichen Lexikon

Forschung, Beratung und EntwicklungInstitut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik

Das IPGE ist ein an der Evangelischen Hochschule angesiedeltes Forschungsinstitut. Das Institut beschäftigt sich mit grundsätzlichen und aktuellen gesundheitswissenschaftlichen Fragestellungen im Schnittfeld der Pflegewissenschaften, der Gerontologie, der Ethik und Anthropologie sowie der Pädagogik. 

Forschung, Vernetzung und Transfer Die Formate unserer Arbeit

 

  • Wir betreiben Forschung, die inter- und transdisziplinär angelegt ist.
  • Wir entwickeln praxisnahe Methoden und Tools, um wissenschaftliche Erkenntnisse wirksam in unterschiedliche Kontexte zu übersetzen.
  • Wir treiben Vernetzung durch den Austausch mit Fachgruppen, Institutionen und internationalen Partnern voran.
  • Wir sichern Wissenstransfer durch Publikationen, Beratung sowie die Organisation von Veranstaltungen, Vorträgen und Workshops.
  • Wir vertreten die komplementäre Einheit von Forschung und Lehre. Wir fördern den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Unsere Schwerpunkte Aktuelle Themen- und Forschungsschwerpunkte im Gesundheitswesen

Mensch – Technik – Relationen

Digitale Transformation

Entwicklung der Gesundheits- und Pflegeberufe

Diskriminierung und strukturelle Ungleichheit

Berufsbildungsforschung

Umgang mit Vulnerabilität

Leiblichkeit und Beziehung

Ethik als Reflexionserfordernis

Gerontologie

Unsere Forschung Aktuelle Projekte

Digitale Technologien und robotische Systeme halten zunehmend Einzug in Pflege, Medizin und Alltag. Ob sie den Menschen wirklich helfen, hängt jedoch nicht allein von ihrer technischen Leistungsfähigkeit ab. Hier setzt das REGINA-Projekt an (Laufzeit 10/25 bis 03/29). Es ist ein interdisziplinäres Begleitvorhaben des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), das die Implementierung von Robotik im Gesundheitswesen unterstützt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Mensch und Roboter so zusammenarbeiten können, dass Roboter sinnvoll unterstützen, ohne neue Belastungen zu erzeugen. Hierfür bringt REGINA verschiedene Perspektiven und Projektpartner zusammen: Technik, Ethik, Gesundheitswissenschaften und Psychologie arbeiten als Konsortium im Modus der ‚Integrierten Forschung‘ eng verzahnt zusammen. So wird gewährleistet, dass technische Innovationen von Anfang an auch anthropologische, soziale und ethische Aspekte berücksichtigen.

Ein besonderes Augenmerk gilt den unausgesprochenen Annahmen über den Menschen und Maschinen, die in technischen Systemen stecken: Welche Aufgaben und Rollen sollen sie jeweils übernehmen? Wie verändern sie Kommunikation, Zusammenarbeit und Beziehungen? Und wie lassen sich diese Veränderungen sinnvoll messen und bewerten? Solche Fragen sind entscheidend dafür, ob neue Technologien in der Praxis akzeptiert und genutzt werden. Auf dieser Basis entwickeln die Projektbeteiligten das Modell ADMIRE weiter, das technische Perspektiven mit Erkenntnissen aus der Anthropologie verbindet. In Kombination mit dem etablierten ethischen Evaluationsinstrument MEESTAR soll es helfen zu verstehen, wie Technik und die Beziehung zwischen Mensch und Technik gestaltet sein müssen, um Menschen optimal zu unterstützen.

 

Projektverantwortlich: Prof. Dr. Arne Manzeschke, wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Galia Assadi

Das Forschungsprojekt RuhsBotS, Bürgernahe und nutzendengerechte soziale Roboter in den Stadtverwaltungen der Metropole Ruhr befasst sich mit dem Einsatz von sozialen Robotern in kommunalen Verwaltungen wie Bibliotheken und Stadtverwaltungen etc. mit dem Fokus auf die Benutzerfreundlichkeit die Diversität. Soziale Roboter sollen so gestaltet werden, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie auch das Personal sie gerne nutzen.

Mit dem Teilprojekt EiRuBo, Ethik in RuhrBotS, begleitet die EVHN innerhalb des Verbundprojekts die Gestaltung und Einführung dieses Technologie hin zu einer menschengerechten Digitalisierung aus der ethischen und anthropologischen Perspektive. In interdisziplinärer Zusammenarbeit werden im kontinuierlicher Prozess beobachtbarer Bilder und Modelle der Mensch-Roboter-Relation aufgearbeitet. Feldstudien und MEESTAR-Workshops (ein Modell zur Evaluation ethischer Aspekte, entwickelt von Prof. Arne Manzeschke) dienen zur Entwicklung und Konsolidierung gemeinsamer Ergebnisse mit Blick auf eine  gelingende Mensch-Roboter-Interaktion. Durch Analyse und Aufbereitung der konkreten Anwendungsszenarien werden die Charakteristika von robotischen Systemen, Erscheinungsbild, Verhalten, Persönlichkeit, Normen und der Ethik verknüpft und im Sinne einer holistischen Gestaltung sozialer Roboter durch Wissenschaftstransfer aus den wissenschaftlichen theoretischen Domänen in das Feld der Anwender integriert. 

Die Forschenden der EVHN sind im Projekt Teil eines Forschungsverbunds, bestehend aus Hochschule Ruhr West (HRW), Hochschule Niederrhein, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, Evangelische Hochschule Nürnberg und Fraunhofer-inHaus-Zentrum für die Arbeit mit Stadtverwaltungen und Bürger:innen.

Projektleitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeit: Rita Zöllner M.Sc.

Projektlaufzeit: Oktober 2022 bis September 2025

Projektförderung: BMBF

Homepage: https://ruhrbots.de/

Abgeschlossene Projekte

Wahrnehmungs- und Orientierungsinstrument zur Evaluation vernetzter sozio-technischer Arrangements

Die Digitalisierung der Welt führt zu immer komplexeren sozialen und technischen Verknüpfungen. Die steigende Komplexität ist sowohl eine technische wie auch eine ethische Herausforderung. Daher wurde im Projekt ComplexEthics konkretes Orientierungswissen erarbeitet, das die Gestaltung ethisch reflektierter, alltagstauglicher Technik ermöglicht. Ziel des Forschungsprojektes war es, Orientierungswissen, zum Beispiel in Form eines Handbuchs zur ethisch reflektierten Technikentwicklung, bereits für die Entwickler neuer Technologien zu erarbeiten, mit dem die digital vernetzte Welt gedeutet und bewertet werden kann. Prof. Dr. Arne Manzeschke von der Evangelischen Hochschule Nürnberg leitete das Projekt, das über drei Jahre mit 1,13 Millionen Euro zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Forschungspartner waren die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Potsdam und das Karlsruher Institut für Technologie.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.

In der Wissenschaft galten Laien lange primär als Forschungsobjekte bzw. Lieferanten von Forschungsdaten. Doch in den letzten Jahrzehnten werden ihr Wissen und ihre Kompetenz zunehmend anerkannt und Laien partizipieren verstärkt am Forschungsprozess. Es vollzieht sich somit eine Änderung der Forschungskultur. Mit dieser Veränderung treten Herausforderungen der Übersetzung wissenschaftlicher Fachbegriffe, Codes und Modelle in eine laienverständliche Sprache zutage. Dies zeigt sich besonders klar anhand von sog. Informed Consents (ICs), also an informierten Einverständniserklärungen. Denn die bisher beim Einholen des informierten Einverständnisses zum Einsatz kommenden Medien und Formate verfehlen ihre Zielsetzung, eine Partizipation und autonome Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Zwar vermitteln sie alle nötigen Informationen, die aber für die Zielgruppe aufgrund der Komplexität der Sachverhalte und deren Präsentationsweise nicht hinreichend gut verstanden werden (können).

Das Ziel des vom BMBF geförderten Projekts, welches von der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) gemeinsam mit dem Institut für Informatik und Computational Science der Universität Potsdam (UP)durchgeführt wurde, war die Stärkung der Fähigkeit zur Partizipation sowie die Stärkung der Fähigkeit, zu einem informierten, autonomen ethischen Urteil zu kommen. Voraussetzung dafür ist eine adäquate, allgemeinverständliche Darstellung von komplexen Inhalten. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) gefördert und ist dem Themenfeld “Partizipationsfähigkeit” zugeordnet.

Zur Erhöhung der Transparenz und Effektivität von informierten Einverständniserklärungen wurde untersucht, inwiefern strukturelle Ähnlichkeiten in Informed Consent Bögen genutzt werden können, um den Inhalt vereinfacht darzustellen. Zugleich wurden ethische Aspekte identifiziert, die bei einer allgemeinverständlichen Darstellung von ICs beachtet werden müssen, damit die Patientenautonomie tatsächlich gewahrt werden kann.

Im Projekt arbeitete ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen der Ethik, der Soziologie und der Informatik zusammen, um ethisch reflektierte, modularisierte und ikonographisch sinnvoll angereicherte interaktiv-digitale Instrumente zu konstruieren. Diese sollen auf die Herausforderung antworten, komplexe wissenschaftliche Inhalte Laien auf neuartige Weise zu vermitteln. Im Ergebnis entstand im ersten Schritt ein Klassifikationssystem, welches die Informationen der untersuchten ICs modular gruppiert. Dadurch erfolgt eine erste Komplexitätsreduktion, die es den Konsumenten und Produzenten der ICs gleichermaßen ermöglicht, die gebündelten Informationen schneller und besser zu erfassen, zu verarbeiten und zu verstehen. Im zweiten Schritt wurden die Modulinhalte mithilfe von interaktiven Visualisierungstechniken so aufbereitet, dass ein Nutzenden-zentrierter Fokus entsteht.

Der folgende Film fasst teilweise Ergebnisse des Projekts zusammen und hebt die wesentlichen Faktoren für ein zielführendes informed-Consent-Gespräch zusammen.

Automatische Erkennung von Emotionen zum Training sozialen Verhaltens

Im Forschungsprojekt soll ein Trainingssystem entwickelt werden, das auf die Entwicklung von Modellen für die automatische Erkennung komplexer Emotionen (wie z.B. Langeweile, Frustration oder Interesse) und die Integration verschiedener nonverbaler Kommunikationskanäle (Mimik, Gestik, Blickrichtung, sowie physiologische Erregung) setzt. Während des Trainings am Computer sollen diese Signale genutzt werden, um ein direktes Feedback zu geben und eine Anpassung an Aufgabenschwierigkeit und situativen Kontext zu erreichen. Dabei sollen umfangreiche Studien zur Effektivität des Trainings mit beiden Zielgruppen durchgeführt.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.

Sachstandsanalyse und ethische Evaluation von Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion. (BMBF-Förderschwerpunkt »Mensch-Technik-Interaktion (MTI) für den demografischen Wandel«)

Projektlaufzeit: 1. Juli 2015 - 30. Juni 2016

Projektpartner im Projekt PowerGrasp - Intelligente Orthese mit elastischen Antrieben für den gesamten Arm
Förderprojekt BMBF

Projektlaufzeit 09/2015 - 12/2018

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.

In Zusammenarbeit mit: Universitätsklinikum Erlangen-Molekulare Neurologie, Evangelische Hochschule Nürnberg, Simi Reality Motion Systems GmbH, Astrum IT GmbH

Projektziel:  Entwicklung eines automatisierten, Video- und Sensor-basierten Bewegungsanalysesystems zum objektiven Therapiemonitoring bei Morbus Parkinson im häuslichen Umfeld

Projektlaufzeit: 01.12.2015 - 31.12.2016

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.

Betriebliche Pflegelotsen - Schulung für Mitarbeitende in Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen (im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege)

"Es gibt immer mehr Menschen in Bayern, die Angehörige pflegen und gleichzeitig mitten im Beruf stehen. Das ist eine große Herausforderung!  Helfen können dabei betriebliche "Pflegelotsen". (Melanie Huml, MdL, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, 2016)


In einer alternden Gesellschaft ist Pflegebedürftigkeit ein Thema, das viele betrifft. Pflegebedürftige und deren Angehörige stehen dann vor vielen Herausforderungen. Guter Rat kann helfen, geeignete Versorgungsformen zu finden und eine Entlastung herbei zu führen. Hier können Unternehmen unterstützen, indem sie im Betrieb geeignete Beratungsmöglichkeiten für ihre Beschäftigten bieten, wenn diese pflegebedürftige Angehörige haben. Diese Beratungsmöglichkeiten bieten Betriebliche Pflegelotsen. Sie unterstützen Kolleginnen und Kollegen mit pflegebedürftigen Angehörigen und fungieren als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Fragen rund um Pflege, Betreuung und die Vereinbarkeit der familiären Verantwortung mit dem Beruf. 


Die Evangelische Hochschule Nürnberg entwickelte im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ein Fortbildungskonzept„Betriebliche Pflegelosten“.  Die Schulungen konnten dabei exklusiv in einem Unternehmen durchgeführt werden, wenn mindestens 10 Mitarbeitende geschult werden sollten. Es war aber auch möglich, Mitarbeitende mehrerer Unternehmen in einem Kurs fortzubilden. Die Pilotschulungen waren  für die interessierten Unternehmen kostenlos. Nach einer Evaluation des Konzeptes werden die Schulungen voraussichtlich weiter in Bayern angeboten.

Nutzen für Unternehmen

Arbeitgeber werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung um die Fürsorge der Mitarbeitenden und deren Angehörigen gerecht. Zudem haben sie einen unmittelbaren Nutzen vom Einsatz der Betrieblichen Pflegelotsen, da ihre Mitarbeitenden durch Beratung entlastet werden und zufriedener sind. Die Mitarbeitenden haben im Unternehmen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, so dass die ansonsten oft sehr aufwändige Suche nach Hilfsmöglichkeiten verkürzt wird. So kann es den Mitarbeitenden gelingen, durch die Unterstützung ihres Arbeitgebers, sich gleichzeitig um ihre Angehörigen zu kümmern und ihrer Berufstätigkeit nachzukommen. Wenn die ständige Sorge um die pflegebedürftigen Angehörigen verringert ist, werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zudem ihren beruflichen Verpflichtungen wieder besser nachkommen können. Private Belastungssituationen und berufliche Herausforderungen können bewältigt werden, so dass auch die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigt.

Inhalte der Schulung

  • Rolle und Aufgaben von Pflegelosten
  • Grundlagen von körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen (z.B. Demenz)
  • Gesetzliche Grundlagen (z.B. Pflegeversicherung, Pflegezeitgesetz, Familienpflegezeitgesetz)
  • Rechtliche Vorsorgemöglichkeiten (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung)
  • Pflegeformen und Hilfsangebote
  • Grundzüge der Gesprächsführung und Beratung
  • Implementierung von Pflegelotsen im Unternehmen (gemeinsam mit Führungskräften)

Das Handbuch zur Schulung finden Sie unter folgendem Link auf den Seiten des Familienpakts Bayern.


Syposium "Betriebliche Pflegelotsen"
Am 24.11.2017 fand das Abschluss-Symposium zu diesem Thema statt. Einem Fachpublikum und Vertreterinnen und Vertreter des Bay. Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege wurden die Ergebnisse des Pilotprojektes präsentiert. Zusätzlich fand ein weiterer fachlicher Austausch mit den Referenten zum Thema statt.

Die scham- und ekelbesetzte Begegnung mit alten und kranken Menschen, mit deren psychischen Nöten, mit dem Tod, aber auch der ökonomische Druck sowie der Personalmangel führen dazu, dass Auszubildende während der praktischen Ausbildung oder kurz danach überlegen, ob sie die Ausbildung abbrechen. Ausgehend von einer qualitativen Untersuchung zu emotionalen Herausforderungen für Auszubildende und deren pflegewissenschaftlicher und pflegepädagogischer Erklärung und Erläuterung wurde ein »Persönlichkeitsstärkendes Praxisbegleitungskonzept« entwickelt, mit dem Auszubildende dadurch lernen, dass sie eigene Erlebnisse reflektieren (Winter 2019). Mit der Implementierung des Konzepts »Persönlichkeitsstärkende Praxisbegleitung« möchte die KRH-Akademie Auszubildende im Umgang mit emotionalen Herausforderungen der praktischen Pflegeausbildung begleiten, um Phänomenen wie Coolout, Burnout und Dropout während bzw. nach der Ausbildung entgegenzuwirken.
An insgesamt acht Fortbildungstagen setzten sich 2020 Lehrende und Praxis-anleitende selbstreflexiv sowie inhaltlich und (pflege)didaktisch-methodisch mit emotionalen Herausforderungen der eigenen praktischen Pflegeausbildung auseinander. Während der Corona-Pandemie wurden knapp 200 Auszubildende mit dem Konzept – auch im Distanzunterricht – begleitet.
2021 wurden in einer Evaluationsstudie mit qualitativen Forschungsmethoden (u.a. nicht-teilnehmende Beobachtungen während der Durchführung von Lerneinheiten, Gruppendiskussion mit Lehrenden und Praxisanleitenden, Gestaltung und Auswertung eines Reflexionstages mit Auszubildenden) die Wirkhintergründe des Konzepts untersucht.
Winter, C. (2021): Der Blick zurück stärkt auf dem Weg nach vorn. Umsetzung einer »Persönlichkeitsstärkenden Praxisbegleitung“ Auszubildender in Corona-Zeiten. In: Padua (2021), 16 (4), 216–222. Online verfügbar unter: https://doi.org/10.1024/1861-6186/a000631

Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Winter
Laufzeit: 03/2020  - 03/2021

Die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung stellt Praxisanleitende vor die Herausforderung das eigene, biografisch gewachsene pflegerische und pädagogische Handeln mit der ‚generalistischen Brille‘ zu betrachten. Ein Um- bzw. Weiterdenken ist vor allem deshalb erforderlich geworden, weil erst das Bewusstwerden des Gewordenseins der eigenen beruflichen Identität es Praxisanleitenden ermöglicht, Bewährtes zu bewahren und Veränderungen zu ermöglichen. Beides muss kein Widerspruch sein.
In einem Lehrbuch für Praxisanleitende, das zur Reihe »Pflegias – generalistische Pflegeausbildung« gehört, sollen Praxisanleitende umfassend eingeführt werden in pflegewissenschaftliche und pflegedidaktische Grundsätze des ›neuen‹ generalistischen Verständnisses sowie in dessen Umsetzung in der praktischen Pflegeausbildung.

Herausgeberin: Prof. Dr. Claudia Winter
Laufzeit: 08/2021 - 06/2022

Nach wie vor existiert das Versorgungsmodell so genannter Betreuungskräfte in häuslicher Gemeinschaft zur Versorgung alter Menschen in der häuslichen Umgebung und erfreut sich trotz rechtlicher, finanzieller und pflegeethischer Ungeklärtheiten steigenden Zuspruchs. Von vielen Seiten wird die Notwendigkeit einer Klärung dieses »Grauen Pflegemarktes« gefordert.
In dem Projekt werden Fachvertreterinnen und -vertreter von Politik, Pflege- und Sozialverbänden sowie Verantwortliche so genannter Agenturen für die Vermittlung von Betreuungskräften in qualitativen Interviews befragt, worin aus ihrer Einschätzung die Zurückhaltung politischer und rechtlicher Verantwortlicher zu einer geordneten Struktur begründet ist und wo die Verantwortlichkeiten für die erforderlichen Schritte liegen. Bei der Interpretation der Antworten steht besonders die ethische Reflexion der Vorstellung einer »Rundum-Versorgung«, die faktisch nie möglich ist, im Vordergrund.
Forschungsförderungsmittel der EVHN: € 2000.

Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach; Mitarbeiter: Markus Bühnemann
Laufzeit: 10/2020 - 09/2022

Um den Herausforderungen der demographischen Entwicklung und des Mangels an Pflegekräften zu begegnen, ist es erforderlich die bestehenden Pflegeorganisationssysteme weiterzuentwickeln. Insbesondere gilt es, unterschiedliche Aufgaben- und Rollenprofile mit Blick auf Ausbildungs- und Kompetenzprofile einerseits und bewohnerbezogene Bedarfslagen andererseits festzulegen und zu erproben.

Das vom bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Projekt „Leading Nurse“ der Caritas gGmbH St. Heinrich & Kunigunde wird im Rahmen eines breit angelegten Prozesses zur Organisationsentwicklung neu konturierte Aufgaben- und Rollenprofile in der Pflege einführen. Das Profil der „Leading Nurse“ fokussiert auf fachliche Führung im Sinne des Primary Nursing. Das Profil „Pflegehelfer“ soll bestehende Potentiale der Pflege-Assistenz nutzen und vereinheitlichen.

Das Projekt wird von der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet, um neben der Erfassung der Zielgrößen auch die Übertragbarkeit auf andere Projektträger im Freistaat Bayern zu prüfen. Es werden einrichtungsbezogene, mitarbeiterbezogene und bewohnerbezogene Zielsetzungen differenziert.

Die wissenschaftliche Begleitung fokussiert insbesondere auf die Beobachtung und Analyse der mitarbeiter- und bewohnerbezogenen Zielsetzungen. Hierbei wird zunächst die wissenschaftliche Studienlage zusammengefasst. In Fokusgruppen-Intervies werden Perspektiven, Haltungen und Erwartungen bei den am Teilprojekt II beteiligten Pflegefachpersonen und Leitungspersonen abgefragt. Zudem wird erforscht, welche Veränderungen sich im Verlauf des Teilprojekts II bei Mitarbeitenden und bei Bewohnerinnen und Bewohnern gezeigt haben und mit welchen Faktoren und Zusammenhängen sich dies erklären lässt. Querschnittserhebungen in den verschiedenen Zielgruppen sowie idealtypische Fallstudien begeleiten den Change-Prozess über den Projektzeitraum.

Projektteam: Prof. Dr. Jürgen Härlein (Projektleitung, Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Christine Brendebach (Gerontologie), Rita Zöllner M.Sc., Silke Mages B.Sc.

Projektzeitraum: 6/2023 bis 10/2025

Projektförderung: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Hochtechnologie durchdringt alle Bereiche menschlicher Lebenswelten.  Die Digitalisierung verändert die Konzepte, die unsere ethische und rechtliche, soziale und individuelle  Praxis prägen. Die Konsequenzen sollen in neuen Formen interdisziplinärer Forschung nicht nur diagnostiziert, sondern antizipierend gestaltet werden.

Integrierte Forschung will ethische, rechtliche, soziale und andere relevante Aspekte nicht mehr nur begleitend in Technikentwicklungsprojekte einbringen. Der Forschungsmodus sieht vor, dass Fachleute aus der Technikentwicklung mit jenen aus den Bereichen Ethik, Recht, Sozial- und Geisteswissenschaften in Entwicklungsprojekten von Anbeginn an zusammenarbeiten. Zudem sollen Anwendende und Fachleute aus der Praxis miteinbezogen werden. Damit geht der Ansatz über bis dato praktizierte ELSI-Modelle hinaus. Das Cluster, bestehend aus Forschenden unterschiedlichster Disziplinen, nimmt die heutige und zukünftige Mensch-Technik-Interaktion in den Fokus und entwickelt diesen neuen Forschungsmodus.

Das Cluster Integrierte Forschung besteht aus zwei Teilclustern, das Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik der EVHN ist mit dem Teilprojekt „Orientierung in Digitalen Lebenswelten“ in Teilcluster 1 beteiligt.

Prof. Dr. Arne Manzeschke ist Co-Sprecher des Gesamtclusters und leitet das hier eingegliederte Forschungsprojekt »Orientierung in Digitalen Lebenswelten (OrDiLe)«. Das Ziel von OrDiLe ist es, Orientierungshilfen für eine Gestaltung gelingender Mensch-Maschine-Interaktion zu schaffen. In Form von Fallstudien werden drei beispielhafte Mensch-Maschine-Interaktionen hinsichtlich ihrer zugrundeliegenden Menschen- und Maschinenbilder untersucht. Dadurch sind Schlüsse auf die expliziten und auch impliziten Annahmen über die menschlichen Interaktionspartner möglich. Darüber hinaus wird der Einfluss dieser Annahmen auf die Konstruktion der Maschinen geprüft.
Projektförderung insgesamt: 2,7 Mio. Euro durch das BMBF

Projektleitung:
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiterinnen: Dr. Galia Assadi, Katharina Erlenwein, MA, Markus Sendelbeck, BA
Laufzeit: 04/2021 - 03/2024, FKZ: 16SV8626

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.

»IMPACT - The implications of conversing with intelligent machines in everyday life on people’s beliefs about algorithms, their communication behavior and their relationship building«

Welche Auswirkungen hat die Interaktion mit künstlicher Intelligenz auf die menschliche Kommunikation? Kann ein Sprachassistenzsystem als soziales Gegenüber bezeichnet werden? Und welches Verständnis, welche mentalen Modelle haben Menschen von einer künstlichen Intelligenz?
In dem interdisziplinären Forschungsprojekt IMPACT untersuchen Experten*innen aus den Bereichen Informatik, Psychologie, Ethik und Recht gemeinsam die Kommunikation mit künstlich intelligenten Dialogsystemen. Um die Forschungsfragen ganzheitlich zu beantworten, werden unterschiedliche Nutzergruppen analysiert. Die Studien erfolgen mit Kindern, Erwachsenen und Senioren, sodass der Umgang mit künstlicher Intelligenz über die gesamte Lebensspanne hinweg betrachtet wird.

Innerhalb der Interaktion mit intelligenten Maschinen werden 3 Schwerpunkte fokussiert: Transparenz: Welches Verständnis haben Menschen von einer künstlichen Intelligenz? Kommunikation: Wie verändert sich das eigene Kommunikationsverhalten durch die wiederholte Kommunikation mit einer Maschine? Beziehungsbildung: Welche Arten von Beziehungen entstehen und werden diese zumindest teilweise menschlichen Beziehungen vorgezogen? Es liegen mittlerweile zwei Policy-Paper vor: 1) »Sprachassistenten – Chancen und Risiken« (2019), 2) »Können Kinder aufgeklärte Nutzer*innen von Sprachassistenten sein? Rechtliche, psychologische, ethische und informatische Perspektiven« (2020). Das dritte Policy Paper »Faire Algorithmen und die Fairness von Erklärungen – aus informatischer, rechtlicher und ethischer Perspektive« wird im Sommer 2022 erscheinen. Projektförderung für das Gesamtprojekt: 1,5 Mio. Euro durch die Volkswagenstiftung.

Projektleitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiterin: Carina Weber, MA
Laufzeit: 04/2019 - 03/2023

Entwicklung einer Kommunikations- und Dienstleistungsplattform für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz bei verhaltensbezogenen Problemlage

Das Projekt wird gemeinsam mit dem Lehrstuhl Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und sechs weiteren Partnern durchgeführt.

Ziel von eDEM-CONNECT ist es, gemeinsam mit pflegenden Angehörigen eine chatbotbasierte Kommunikations- und Dienstleistungsplattform zum Umgang mit Agitation bei Demenzerkrankten zu entwickeln. Um die Bedürfnislage zielgruppen-gerecht erfassen zu können, wird für die Plattform eine semantische Struktur (Ontologie) entwickelt, um Konzepte und Wissen zu formalisieren und komplexe Beziehungen verarbeitbar zu machen. Pflegende Angehörige werden dabei einbezogen und haben im Sinne eines partizipativen Ansatzes substanzielle Mitsprache im Entwicklungsprozess. Das Nürnberger Teilprojekt liefert ethische und anthropologische Perspektiven für den gesamten Prozess. In den Jahren 2020 und 2021 wurde jeweils ein Ethik-Workshop mit dem gesamten Team durchgeführt.
Projektförderung insgesamt: 2,5 Mio. Euro durch das BMBF

Projektleitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiter: Johannes Kranz
Laufzeit: 02/2020 - 01/2023, FKZ 16SV8334

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BMBF.

So erreichen Sie uns Team und Kontakt

Institutsleitung

Prof. Dr. theol. habil. Arne Manzeschke

Professor für Ethik und Anthropologie, Vorsitzender der Ethikkommission

+49 911 27253-864

E-Mail schreiben

Profil

Weitere Institutsmitglieder

Dr. Galia Assadi

Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik, Fachstelle für Ethik und Anthropologie im Gesundheitswesen (FEAG), wissenschaftliche Mitarbeiterin

+49 911 27253-840

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Profil

Prof. Dr. phil. Helene Ignatzi

Vizepräsidentin für Internationales, Diversity und Familienorientierung

+49 911 27253-824

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Profil

Johannes Mahlmann , M. Sc.

Referent für Digitalisierung, wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehraufgaben im Studiengang Gesundheits- und Pflegepädagogik

+49 911 27253-832

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Profil

Jun.-Prof. Natalie Öhl

Nachwuchsprofessur Personal, Organisation und Management in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft

+49 911 27253-859

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Profil

Prof. Dr. Katrin Roller

+49 911 27253-843

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Profil

Rita Zöllner, M. Sc.

Forschungsprojekt RuhrBots - Bürgernahe und nutzergerechte soziale Roboter in den Stadtverwaltungen der Metropole Ruhr, wissenschaftliche Mitarbeiterin

+49 911 27253-840

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